Busfahren ohne Ticket: Klagenfurt setzt auf Account Based Ticketing
Papier war gestern, Tarifzonen sind Geschichte: In Klagenfurt geht der Öffentliche Verkehr neue Wege. Die Klagenfurt Mobil GmbH (KMG) setzt auf ein Account Based Ticketing-System, das den Zugang zum ÖPNV so einfach macht, wie das Ein- und Aussteigen in den Bus selbst. Geschäftsführer Hansjörg Schusser spricht im Interview über den Weg zur Einführung, welche Rolle die IVU dabei spielt und wie das System den Wandel hin zu zeitgemäßen Mobilitätsangeboten unterstützt.
Herr Schusser, wie blicken Sie auf die Zukunft des Ticketings im Öffentlichen Verkehr?
Das Ticketing wird sich grundlegend verändern. Wir verabschieden uns vom klassischen Fahrschein hin zu einem digitalen, unsichtbaren Begleiter, der Mobilität so einfach wie möglich macht. Das System erkennt automatisch, wer unterwegs ist, und berechnet im Nachhinein den passenden Preis. Tarife, Zonen oder Apps spielen keine Rolle mehr – die Technik übernimmt.
Was hat die Verkehrsbetriebe Klagenfurt dazu bewegt, auf Account Based Ticketing zu setzen?
Klagenfurt ist vielfältig unterwegs: Manche Menschen pendeln täglich, andere steigen spontan in den Bus oder kombinieren unterschiedliche Verkehrsmittel. Für diese lebendige Mischung braucht es ein TicketingSystem, das sich an das Verhalten der Menschen anpasst. Account Based Ticketing ermöglicht genau das. Es stellt die Bedürfnisse der Fahrgäste in den Mittelpunkt und funktioniert im Hintergrund flexibel, verlässlich und einfach.
Auch wir als Verkehrsunternehmen profitieren von der Umstellung. Der Ticketverkauf wird unkomplizierter, die Kontrolle effizienter. Gleichzeitig lernen wir dank anonymisierter Daten besser, wie unsere Fahrgäste unterwegs sind und können unser Angebot gezielter ausrichten. So wird der ÖPNV attraktiver. Busfahren wird nicht nur einfacher, sondern auch nachhaltiger: weniger Papier, weniger Ressourcen, jede Fahrt ein bisschen grüner. Ich bin überzeugt: Ticketing-Systeme wie dieses sind ein Schlüssel für die Mobilität von morgen.
Wie beziehen Sie Fahrgäste und Mitarbeitende in die Einführung des ABT ein?
Die Einführung von Account Based Ticketing ist für uns weit mehr als ein technisches Projekt. Es ist ein gemeinsamer Veränderungsprozess. Deshalb setzen wir auf frühzeitige, verständliche und transparente Kommunikation in unseren Bussen, auf der Website oder über Social Media.
Unsere Fahrgäste können das neue System schon vor dem Start in einer Testphase ausprobieren und Feedback geben. Für Fragen stehen geschulte Mitarbeitende mit einfachen Materialien und persönlicher Beratung zur Seite. Flyer, kurze Videos und FAQs helfen zusätzlich, die Einstiegshürden niedrig zu halten.
Wie verändert sich durch ABT der Zugang für Kunden zum ÖPNV?
Vor allem: Es wird einfacher. Wer in Klagenfurt Bus fährt, muss sich künftig keine Gedanken mehr über Tarifzonen oder Ticketarten machen. Fahrgäste können einsteigen, einchecken und losfahren.
Alle Fahrten erscheinen übersichtlich im persönlichen Kundenkonto. Wer spontan losfahren will, steigt einfach ein, ohne vorher ein Ticket zu kaufen. Und weil wir niemanden ausschließen wollen, bleiben auch Barzahlung und klassische Tickets im Angebot. Bei der technischen Umsetzung setzen Sie auf eine Softwarelösung der IVU.
Was waren die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl des Systems?
Für uns war entscheidend, dass das Softwaresystem zuverlässig, sicher und kundenfreundlich funktioniert. Es muss sich nahtlos in unsere bestehenden Abläufe integrieren. Genauso wichtig war der Schutz der Daten. Der Umgang mit sensiblen Kundendaten erfordert Sorgfalt und Verantwortung. Gleichzeitig spielt die Benutzerfreundlichkeit für Fahrgäste und Mitarbeitende eine große Rolle. Die IVU bringt dafür das nötige Know-how mit. Ihre langjährige Erfahrung im Öffentlichen Verkehr hat uns überzeugt. Wir haben einen Partner an der Seite, der unsere Sprache spricht und uns auf dem Weg in eine digitale Mobilität verlässlich begleitet.
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